Eine Geschichte

2009, 2 Performer

Wird eine Information verweigert, liegt nahe, dass sie entweder nicht bekannt ist oder ein guter Grund besteht, sie nicht mitzuteilen. Genauso verhält es sich mit unserer Realität: Entweder sie spielt keine Rolle oder wir akzeptieren, dass wir zum gegebenen Zeitpunkt nicht alles wissen können. Wir operieren dann mit einer vorläufigen Version der Realität, mit der Wahrscheinlichkeit.

Jedes Bild, das wir benutzen, ist also gleichzeitig echt und wahrscheinlich echt, kann es doch immer nur Zeuge eines beschränkten Blickwinkels sein. Mit der Massenproduktion von Bildern kommt es demnach nicht nur zu einer Potenzierung des Realen, sondern vor allen Dingen zur Belastung mit den Beschränkungen ihrer Herstellung. Sie müssten alle mitbedacht werden, um das Reale zu begreifen. Da das aber niemand leisten kann, ist das Reale nur dann wirksam, wenn man nicht darüber nachdenkt.

"Eine Geschichte" beschäftigt sich mit genau diesem Paradox. In Form einer performativen Bilderzählung wird gefragt, wie sich Foto und Text zueinander verhalten und worauf man zu achten hat, wenn man nicht genau weiß, ob das nächste Bild das letzte sein wird.

Von und mit: Jörg Schiebe, Mirko Winkel, Christoph Winkler
Produktion: ehrliche arbeit - freies Kulturbüro

Eine Produktion von Christoph Winkler in Kooperation mit dem Ballhaus Ost. Gefördert aus Mitteln der Kulturverwaltung des Landes Berlin. Mit freundlicher Unterstützung von Eliashof.

Premiere: 10. Dezember 2009, 20 Uhr
Weitere Vorstellungen: 12. und 13. Dezember 2009
und 14., 16. und 17. Januar 2010 um jeweils 20 Uhr
in der 2. Etage im Ballhaus Ost, Pappelallee 15, 10437 Berlin
13 Euro / ermäßigt 8 Euro
Kartentelefon: 030 47 99 74 74